Es gehört oft mehr Mut dazu,
seine Meinung zu ändern,
als ihr treu zu bleiben.

Hypnotherapie

Was ist Hypnotherapie:

Im Gegensatz zu den Erwartungen und Befürchtungen, die durch Bühnenhypnose, Varietee- und Showdarbietungen genährt und am Leben erhalten werden, ist die Hypnotherapie eine Methode der Heilbehandlung, die natürliche Fähigkeiten, über die jeder Mensch mehr oder weniger verfügt, für therapeutische Zwecke gezielt nutzbar macht.

Die Trance, die als Wirkzustand der Hypnose bezeichnet werden kann, lässt sich am besten als eine bestimmte Form derAufmerksamkeitsfokussierung beschreiben, ein Zustand wie man ihn auch kurz vor dem Einschlafen erleben kann: die Umwelt tritt zurück, der Körper kommt zur Ruhe und das Denken nimmt die Form spontan auftretender Bilder an. Ähnliche Zustände können auch in anderen alltäglichen Zusammenhängen auftreten, die als relativ nahe dem Wachbewusstsein erlebt werden – semiautomatisches Steuern eines Kraftfahrzeuges während sich „der Kopf mit ganz anderen Dingen beschäftigt“.

Ein hypnotischer Zustand tritt nur dann ein, wenn die Bereitschaft dazu vorhanden ist und der Hypnotherapeutin oder dem Hypnotherapeuten die eigene Erlaubnis dazu erteilt wurde. Um diese Voraussetzungen zu schaffen wird am Anfang einer Hypnosesitzung der Ablauf im Einzelnen besprochen und erklärt. Ein bereits eingetretener Trancezustand kann jederzeit und unter allen Umständen sofort beendet werden. Allgemein kann man sich an alles erinnern, was in der Hypnose gesprochen wurde: eine Amnesie (Vergessen) tritt eher selten auf. Die oft zu Sensationszwecken bemühte Vorstellung eine Person in Trance einem fremden Willen unterwerfen zu können und sie zu ihr fremden oder unethischen Handlungen durch „hypnotische Befehle“ veranlassen zu können, ist dem Bereich aggressiver Machtphantasien zu zurechnen, dem jede reale Basis fehlt! Einen wirksamen hypnotischen Zwang oder eine Hypnose wider Willen gibt es nicht.

Durch begleitete Einübung zur Erreichung des Trancezustandes entwickelt sich nach einiger Zeit eine Art Automatismus, der einen einerseits Dinge ohne besondere Anstrengung richtig machen lässt und dabei hilft eigene, neue Fähigkeiten zu entdecken, auszuprobieren und für bekannte „Probleme“ neue Lösungen zu finden. Wie bei allen Heilverfahren sind auch bei der klinischen Hypnose „Wunderheilungen“ selten, da sie sich zum Wirksamwerden in Raum und Zeit entfalten muss.

Wichtiger Hinweis

Die Anwendung der Hypnose, abgesehen von der „Showhypnose“, ist ausschließlich Gesundheitsberufen (Ärzte, Psychotherapeuten, Psychologen, Krankenpflegern) nach entsprechender Ausbildung, laut Erlass des Bundesministeriums für Gesundheit, vorbehalten!

In Ihrem eigenen Interesse und aus einem päventiven Gedanken heraus, wird empfohlen, die Nutzung  und Vermittlung von Hypnose von selbsternannten Beratern, Heilern, Ausbildnern und Instituten, ohne gesundheitsberuflichen Hintergrund, kritisch zu hinterfragen.

Anwendungsfelder:

Die klinische Hypnose und die darauf aufbauende Hypnotherapie ist wissenschaftlich überprüft als Verfahren zur Behandlung psychischer Leiden aber auch zum Mentaltraining ( z.B. Zielerreichung im Sport), zur Behandlung psychosomatischer Erkrankungen und im engeren medizinischen Bereich bei bestimmten Indikationen, als Begleitbehandlung (z.B. in der Onkologie) und zur Schmerzmaskierung bei zahnärztlichen und chirurgischen Eingriffen wirksam. Auch bei chronischen Schmerzzuständen kann mit Hilfe hypnotherapeutischer Techniken eine Linderung und Abschwächung erreicht werden. Bei allen körperlichen Erkrankungen ist sie zudem eine wirkungsvolle Therapieunterstützung. Sie zählt zu den tiefenpsychologisch fundierten Methoden.

Weitere Praxisfelder für die Heilhypnose als Therapieangebot mit überdurchschnittlichen Erfolgsaussichten sind

  • erwünschte Verhaltensänderungen

  • Steigerung des Selbstbewusstseins und der Selbstsicherheit

  • Stressabbau und Stressabschirmung

  • Leistungssteigerung (Lernen, sportliche und berufliche Anforderungen)

  • Verbesserung der Konzentration

  • Essstörungen

  • Sprachstörungen

  • Sucht und Abhängigkeit

  • Schlafstörungen

  • sexuelle Störungen

  • Ängste (dazu zählen auch Prüfungsangst, Flugangst und weitere Angstformen)

Die Eignung der Hypnotherapie zur Behandlung psychotischer Störungen ist derzeit zu wenig erforscht und es liegen auch keine geeigneten Methoden vor. Ihre Anwendung in diesen Bereichen ist daher nicht angezeigt. Die Hypnotherapie kann aber erfolgreich dazu beitragen viele Probleme und Konflikte im täglichen Leben zu erkennen und neue Lösungen zu finden.

Wirkung

Untersuchungen haben gezeigt, dass die meisten Menschen hypnotisierbar sind; auch große Willensstärke ist kein Hindernis. Wenn Sie von einem spannenden Buch gefesselt werden, beim Hören von Musik oder bei einem Film Raum und Zeit vorübergehend vergessen oder sich gut auf eine Situation einstellen können, dann ist auch sicher die Fähigkeit zur Trance vorhanden. Die Macht der eigenen inneren Bilder, die sich durch Suggestionen von Problembildern in Lösungsbilder verwandeln, bewirken diese Veränderungen und neuen Bahnungen im eigenen Kopf.

Suggestionen sind in Worte gekleidete Hilfestellungen, die das Ziel haben im Zustand der Hypnose, wo wir uneingeschränkten Zugang zu unserem Unterbewusstsein haben, bestimmte Wirkungen und erwünschte Veränderungen herbei zu führen. So wie im Alltag auch Worte mächtige Wirkungen haben können – sie können kränken und verletzen aber auch trösten, aufmuntern, beruhigen, lockern und entkrampfen -, so können die richtigen Worte im Zustand der Trance ihre heilende Wirkung entfalten, negativ besetzte persönliche Eigenschaften und Gewohnheiten gleichsam beeinflussen und durch neue, positive und erwünschte ersetzen.

So können RaucherInnen zu NichtrauchernInnen und Übergewichtige zu Normalgewichtigen werden. Diese Veränderungen erfolgen genauso einfach und natürlich, wie sie sich anhören, da häufig wiederholte Vorstellungen, Gedanken, Empfindungen und Gefühle einen nahezu automatischen Wandel bewirken.

Quelle: http://www.hypno-mega.at